Das Los

Annerose und Jakob stammen aus demselben Dorf irgendwo in den Schweizer Alpen. Gemeinsam träumten sie davon Telegraphist:in zu werden.

Annerose wurde eine der ganz wenigen Telegraphistinnen der Schweiz, Jakob Telegraphist, in Wichita, Kansas, Great Plains. Er und seine Familie wurden wegen eines tödlichen Vorfalls zur Emigration gezwungen.

Jakob hilft auch Auswanderungsagenturen in den Great Plains Neuankömmlinge zu betreuen. Nun erreicht ihn die Nachricht von Annerose, dass nach mehreren Missernten hundert Bewohner:innen ihres Dorfes auswandern müssten. Und Annerose bittet ihn um Hilfe.

Hundert Kranke, Beeinträchtigte und Unterernährte wurden Jakob angeboten, mitzunehmen. Er lehnte ab, würden doch solche Gestalten von den Einwanderungsbehörden gleich wieder zurückgeschickt.

Letztlich einigte man sich auf ein Gottesurteil, dass bestimmen sollte, wer zu gehen hatte; das Los sollte entscheiden.

Inszenierung

DasKonzept der «theatral-musikalischen Lesung» hat sich in über 40 Vorstellungen des «Kubanischen Käsers» bewährt: Der Autor liest, schauspielert und zieht das Publikum mit einer lebendigen Erzählweise sowie informativen und humorvollen «Ausstiegen» zu historischen Hintergründen, in Bann.

Die Schauspieler- und Musikerinnen bespielen mit ihren musikalischen, spieler- und tänzerischen sowie textlichen Einlagen eine eigene Erzählebene, die manchmal ganz nah an der Geschichte, manchmal ganz weit weg von ihr liegt. In direkter Beziehung zum lesenden Autor und zum Publikum kommentieren und reflektieren sie den Text, werden zu handelnden Mit- oder Gegenspielerinnen, beziehen Stellung oder untermalen seine Erzählungen.